1 · Die offene Kategorie
Das Vereinigte Königreich wendet die europäische Verordnung nicht mehr an: Es hat die Verordnungen 2019/947 und 2019/945 ins britische Recht übernommen, ergänzt durch die Air Navigation Order 2016 und den Drone and Model Aircraft Code der CAA. Der allgemeine Rahmen bleibt dem europäischen Rahmen nah: offene Kategorie, Sichtflug, höchstens 120 m vom nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche.
- Klassen UK0 bis UK6: Jedes neue Modell, das seit dem 1. Januar 2026 in Verkehr gebracht wird, trägt eine UK-Klasse. Eine EU-Drohne einer C-Klasse wird bis zum 31. Dezember 2027 wie ihr UK-Pendant geflogen. UK0: unter 250 g; UK1: unter 900 g; UK2: unter 4 kg; UK3 bis UK6: unter 25 kg.
- A1: UK0, UK1, C0 oder unter 250 g. Der Überflug unbeteiligter Personen ist erlaubt, nie jedoch von Menschenansammlungen. A2: UK2 mit A2-Zertifikat; 30 m zu unbeteiligten Personen, 5 m im Niedriggeschwindigkeitsmodus. A3: 50 m zu unbeteiligten Personen und 150 m zu Wohn-, Freizeit-, Gewerbe- oder Industriegebieten.
- Alter: Der Flyer-ID-Test hat keine Altersgrenze (ein Kind unter 13 Jahren legt den Test mit einem Elternteil oder Vormund ab); die Operator ID setzt 18 Jahre voraus.
2 · Zonen: Flugbeschränkungszonen und NATS-Karte
Das Vereinigte Königreich hat keine eigene Karte der CAA: Die Beschränkungen des UK AIP (Abschnitt ENR 5.1) werden von NATS AIS als Karte und als herunterladbarer Datensatz veröffentlicht, aktualisiert mit jedem AIRAC-Zyklus von 28 Tagen. Die Karte zeigt nur die dauerhaften Beschränkungen; temporäre Beschränkungen laufen über NOTAM oder AIP-Ergänzungen, und die übrigen Gebiete (Gefängnisse, Veranstaltungen, Naturstätten, örtliche Verordnungen) sind nicht alle auf den Karten verzeichnet.
- Flugbeschränkungszonen (FRZ) um Flugplätze (ANO, Art. 94A): Der Fernpilot fliegt nicht ohne Erlaubnis der Flugverkehrskontrolle, des Fluginformationsdienstes oder des Flugplatzbetreibers.
- Pistenschutzzonen (Art. 94B): ein Rechteck von 5 km Länge und 1 km Breite (1,5 km in Heathrow), von der Oberfläche bis 2.000 ft, an jeder Pistenschwelle.
- Geschützte Raumfahrtstandorte (Art. 94BA): ein Kreis mit 5 km Radius, von der Oberfläche bis 2.000 ft.
⚠️ Glydars Karte zeigt die Vorschriften des Vereinigten Königreichs nicht an: Maßgeblich ist die UAS-Beschränkungskarte von NATS AIS, die vor jedem Flug zu prüfen ist — siehe die Abdeckung, Land für Land.
3 · Registrierung, Prüfung und Versicherung
- Flyer ID: erforderlich, um eine Drohne ab 100 g zu fliegen. Sie wird durch das Bestehen des Online-Theorietests erworben; sie ist kostenlos und 5 Jahre gültig, zur Erneuerung wird der Test erneut abgelegt.
- Operator ID: erforderlich für alle, die eine Drohne ab 250 g besitzen, oder ab 100 g mit Kamera. 12,34 £, gültig 1 Jahr. Sie wird in Großbuchstaben von mehr als 3 mm Höhe angebracht, von außen am Fluggerät sichtbar. Ohne Kamera ist die Operator ID zwischen 100 und 250 g freiwillig.
- Remote ID: Drohnen der Klassen UK1, UK2 und UK3 sind mit einer Remote-ID-Funktion ausgestattet; seit dem 1. Januar 2026 trägt der Betreiber dort seine Kennung ein und aktiviert sie vor dem Flug.
- Versicherung: freiwillig für eine Drohne unter 20 kg, die zum Vergnügen, zur Freizeit, zum Sport oder als Hobby genutzt wird; Pflicht (Haftpflicht gegenüber Dritten) für jede andere Nutzung und immer ab 20 kg.
4 · FPV und Nachtflug
FPV: Der Fernpilot muss von einem Beobachter begleitet werden, der neben ihm steht und mit dem er jederzeit sprechen kann; der Beobachter braucht keine Flyer ID. Sichtweite schließt Ferngläser, Teleobjektive und Bildschirme (Telefon, Tablet, Videobrille) aus.
Nachts: Seit dem 1. Januar 2026 führt eine Drohne der offenen Kategorie bei Nachtflug ein eingeschaltetes grünes Blinklicht.
5 · Vor jedem Flug
- Die Beschränkungen von NATS AIS einsehen: FRZ der Flugplätze, Pistenschutzzonen, Raumfahrtstandorte.
- Flyer ID ab 100 g, Operator ID ab 250 g (oder 100 g mit Kamera), aktivierte Remote ID für die Klassen UK1 bis UK3.
- FPV: ein Beobachter neben dem Piloten. Nacht: das grüne Blinklicht. Höhe: 120 m.
Dieser Leitfaden fasst vereinfachend zusammen — er ersetzt weder die amtlichen Texte noch eine aktuelle Prüfung. Im Zweifel: die britische CAA.
6 · Sanktionen: was das Gesetz sagt
Die Straftatbestände stammen aus der Air Navigation Order 2016 und, seit dem 1. Januar 2026, aus der Verordnung SI 2025/1284 („Unmanned Aircraft (Offences and Consequential Amendments) Regulations 2025“), die in England, Wales, Schottland und Nordirland gilt. Das sehen die Texte vor:
- Ein Luftfahrzeug gefährden (ANO, Art. 240): Geldstrafe oder bis zu 5 Jahre Haft, oder beides, nach Anklageerhebung.
- Personen oder Sachen gefährden (Art. 241): Geldstrafe oder bis zu 2 Jahre Haft, oder beides, nach Anklageerhebung.
- Ohne Erlaubnis in einer Flugbeschränkungszone fliegen (Art. 94A, 94BA): Geldstrafe der Stufe 4, also 2.500 £ in England und Wales.
- Eine Drohne außerhalb der Regeln der offenen, speziellen oder zertifizierten Kategorie betreiben (SI 2025/1284, Art. 2 und 5): eine Geldstrafe, in England und Wales ohne Obergrenze, in Schottland und Nordirland höchstens der Stufe 5.
- Verstöße des Betreibers (Registrierung, angebrachte Nummer, Kompetenz des Fernpiloten): Geldstrafe der Stufe 3 (1.000 £ in England und Wales); den Kompetenznachweis nicht mitzuführen: Stufe 2.
Das sind Höchstbeträge: Das Gericht würdigt den Einzelfall. Die Pfundbeträge der Stufen sind die des Sentencing Act 2020 für England und Wales; Schottland und Nordirland haben eigene Skalen. Maßgeblich ist der Gesetzestext, nicht diese Seite.
7 · Deine Verantwortung, und was Glydar tut
Glydar informiert; es entbindet von nichts. Dieser Leitfaden greift amtliche Quellen auf, ist aber keine amtliche Quelle, garantiert weder deren Vollständigkeit noch deren Aktualität und gilt nicht als Fluggenehmigung.
Der Fernpilot bleibt allein verantwortlich für seinen Flug und dessen Regelkonformität, wie die Nutzungsbedingungen in Erinnerung rufen. Alles Nötige zur Überprüfung ist in Reichweite: die Abdeckung, Land für Land, die amtliche Karte und die unten genannten Texte.
Amtliche Quellen
- CAA — Drone and Model Aircraft Code ↗
- CAA — was man braucht, um legal zu fliegen ↗
- CAA — eine Flyer ID erhalten ↗
- CAA — UK-Klassen ↗
- CAA — britischer Rechtsrahmen ↗
- CAA — die spezielle Kategorie (der offizielle Leitfaden, den Glydar nicht wiedergibt) ↗
- NATS AIS — UAS-Beschränkungskarte ↗
- NATS AIS — digitale Datensätze (UAS-Beschränkungen) ↗
- legislation.gov.uk — Air Navigation Order 2016 ↗
- legislation.gov.uk — SI 2025/1284 (Straftatbestände) ↗
- legislation.gov.uk — ins britische Recht übernommene Verordnung (EU) 2019/947 ↗