Regelwerk · Belgien

Drohnenflug in Belgien: der Leitfaden zur Regelung

Aktualisiert · Oktober 2026 · 6 Min. · Quellen DGTA / ejustice

1 · Die offene Kategorie

Die europäische Verordnung gilt in Belgien, der königliche Erlass vom 8. November 2020 führt sie aus, und die Behörde ist die DGTA (Generaldirektion Luftverkehr des FÖD Mobilität). Die DGTA fasst die offene Kategorie so zusammen: Flüge in Sichtweite, höchstens 120 m über dem Boden, mit einer Drohne unter 25 kg, ohne Abwurf, unter Beachtung der Geozonen — siehe den europäischen Rahmen. Die Unterkategorien:

  • A1 — Überflug von Personen für begrenzte Zeit möglich, nie einer Menschenansammlung; C0, C1 oder privat gebaut unter 250 g.
  • A2 — nie Überflug unbeteiligter Personen; mindestens 30 m (5 m im Langsamflugmodus).
  • A3 — fern von bewohnten Gebieten: mindestens 150 m von Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebieten und mindestens 30 m von Personen.
  • Mindestalter (königlicher Erlass, Art. 7): 14 Jahre in A1 und A3; 16 Jahre in A2. Kein Mindestalter für ein C0-Spielzeug oder eine privat gebaute Drohne unter 250 g.
  • Nachts: Der Nachtflug ist in der offenen Kategorie erlaubt, wenn der Flug in Sichtweite (VLOS) bleibt und während des gesamten Flugs ein grünes Blinklicht eingeschaltet ist.

2 · Geografische Zonen: der Ministerialerlass vom 21. Dezember 2020

Die amtliche nationale Karte ist Droneguide, vorgestellt von skeyes. Die Bedingungen der Geozonen kommen zu den Regeln der offenen Kategorie hinzu, und liegt ein Flug in mehreren Zonen, gelten die jeweils strengsten. Die wichtigsten:

  • Flughäfen — Pistenstreifen: Alle Betriebe in der offenen Kategorie sind dort verboten (3 km beiderseits der Schwellen, 2 km breit). In der Umgebung der Flughäfen begrenzen zwei weitere Zonen die Höhe auf 150 ft (etwa 45 m) AGL, eine davon mit Meldung des Flugs mindestens drei Stunden vorher.
  • Gefängnisse: Pufferzone von 100 m, bis 500 ft AGL — vorherige Genehmigung des Betreibers und direkte Fernidentifizierung. Kerntechnische Anlagen, königliche Domänen, Seehäfen, nicht kontrollierte zivile Flugplätze: vorherige Genehmigung des Zonenbetreibers. Öffentliche Einrichtungen in Brüssel: Zone EBR-01.
  • Kontrollzonen: skeyes gibt an, dass in einem großen Teil der Kontrollzonen um die großen Flughäfen geflogen werden kann, wenn der Flug vorab über das Tool Drones & Aerial Activities gemeldet wird.
  • Der Ministerialerlass sieht keine nationale Zone für Naturräume oder für dicht besiedelte Gebiete vor.

⚠️ Die Glydar-Karte zeigt die Regelung Belgiens nicht an: Maßgeblich ist die amtliche Karte Droneguide, vor jedem Flug zu prüfen — siehe die Abdeckung, Land für Land.

3 · Registrierung, Schulung und Versicherung

  • Registrierung des Betreibers bei der DGTA über das Drone Portal: Pflicht, außer für eine Drohne unter 250 g ohne Kamera oder Sensor für personenbezogene Daten oder ein Spielzeug unter 250 g. Die Nummer wird an allen Drohnen angebracht; registriert wird der Betreiber, nicht die Drohne. Die gelesenen Seiten nennen weder Gebühr noch Gültigkeitsdauer.
  • Schulung: A1/A3, kostenlose Theorie und Online-Prüfung, Zertifikat fünf Jahre gültig; A2: kostenlose theoretische Prüfung in den Räumen des FÖD, Zertifikat fünf Jahre gültig. Unter 250 g genügt es, das Handbuch gut zu kennen (Schulung empfohlen). Kein ärztliches Attest.
  • Haftpflichtversicherung: Der königliche Erlass (Art. 12) schreibt sie jedem Betreiber in der offenen Kategorie vor, außer bei rein privater Nutzung mit einer Drohne unter 900 g; ab 20 kg nach der europäischen Verordnung 785/2004. Die gelesenen DGTA-Seiten sprechen von der Versicherung ohne diese Ausnahme und legen nahe, dass die Familienversicherung die Freizeitnutzung abdecken kann. Eine Mindestsumme wird nicht genannt.

4 · FPV und Immersionsflug

In den gelesenen Quellen ist keine belgische Sonderregel für FPV in der offenen Kategorie angegeben: Es gilt der europäische Rahmen — direkte Sicht oder ein Beobachter neben dem Piloten. Der königliche Erlass sagt es ausdrücklich für Modellflugclubs: Der Immersionsflug ist erlaubt, wenn eine zweite Person das Modell in direkter Sicht behält und den Piloten über jede Gefahr informieren kann.

5 · Vor jedem Flug

  • Droneguide prüfen: Pistenstreifen, Umgebung der Flughäfen, Gefängnisse, königliche Domänen, kerntechnische Anlagen.
  • Betreibernummer an der Drohne, Zertifikat, wenn die Drohne über 250 g wiegt, Versicherung.
  • Nachts: das grüne Blinklicht und der Flug in Sichtweite.
Dieser Leitfaden bereitet auf — er ersetzt weder die amtlichen Texte noch eine aktuelle Prüfung. Im Zweifel: DGTA, Droneguide, skeyes.

6 · Sanktionen: was das Gesetz sagt

Die Sanktionen des belgischen Luftrechts sind allgemein: Sie zielen nicht ausdrücklich auf Drohnen. Das sehen die Texte vor, ohne etwas hinzuzufügen:

  • Verstöße gegen die europäischen Verordnungen zur Zivilluftfahrt und gegen königliche Erlasse (Gesetz vom 27. Juni 1937, Art. 32): Freiheitsstrafe von acht Tagen bis zu einem Jahr und Geldstrafe von 200 bis 4.000.000 € oder nur eine dieser Strafen. Für Verordnungen des Ministers: Geldstrafe von 200 bis 1.000.000 €.
  • Verwaltungsgeldbuße (Gesetz von 1937, Art. 45 bis 48): verhängt von einem Beamten der DGTA; die Mindest- und Höchstbeträge sind die der Geldstrafe, erhöht um die Zuschlagszehntel.
  • Flugverbot (königlicher Erlass, Art. 11): Der Minister oder sein Beauftragter kann einem Piloten, der die Betriebsanforderungen der offenen Kategorie (UAS.OPEN.060) vorsätzlich oder fahrlässig verletzt hat, jeden Flug untersagen, bis zu 24 Monate.
⚠️ Die gelesene Fassung des Gesetzes von 1937 ist auf den 2. Juli 2018 konsolidiert; eine neuere Fassung wurde nicht geprüft. Es sind Höchstgrenzen: Die Behörde würdigt den Einzelfall. Sie entsprechen dem Text zum Zeitpunkt der Prüfung dieses Leitfadens (Oktober 2026) — maßgeblich ist der Gesetzestext, nicht diese Seite.

7 · Deine Verantwortung und was Glydar tut

Glydar informiert; es befreit von nichts. Dieser Leitfaden gibt amtliche Quellen wieder, ist aber keine amtliche Quelle, garantiert weder ihre Vollständigkeit noch ihre Aktualität und ersetzt keine Fluggenehmigung.

Der Fernpilot bleibt allein verantwortlich für seinen Flug und dessen Regelkonformität, wie die Nutzungsbedingungen in Erinnerung rufen. Alles Nötige zur Überprüfung liegt bereit: die Abdeckung, Land für Land, die amtliche Karte und die unten genannten Texte.

Amtliche Quellen

FAQ

Darf ich allein ohne Beobachter FPV fliegen?
Nein, nicht in der offenen Kategorie: Die europäische Verordnung verlangt direkte Sicht, außer mit einem Beobachter, der den Piloten unterstützt. Ein FPV-Flug ohne Beobachter ist außer Sichtweite.
Darf ich nachts fliegen?
Ja, in der offenen Kategorie, wenn der Flug in Sichtweite bleibt und während des gesamten Flugs ein grünes Blinklicht eingeschaltet ist, laut DGTA.
Zeigt Glydar die Zonen Belgiens an?
Nein. Die Glydar-Karte zeigt die Regelung Belgiens nicht an — siehe die Abdeckung. Vor dem Flug zu prüfen: die amtliche Karte Droneguide.
Was droht bei einem Verstoß?
Bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe und 4.000.000 € Geldstrafe nach dem Luftfahrtgesetz sowie ein Flugverbot von bis zu 24 Monaten. Diese Texte sind allgemein: Die Grenzen stehen im Abschnitt Sanktionen.
Gibt es eine spezielle Kategorie? Warum behandelt dieser Leitfaden sie nicht?
Ja: Riskantere Betriebe, die die Bedingungen der offenen Kategorie überschreiten — über 120 m, über einer Menschenansammlung, außer Sichtweite, mit Abwurf — gehören zur speziellen Kategorie. Glydar behandelt sie nicht: Es richtet sich an Piloten, die überwiegend zum Vergnügen fliegen, also in der offenen Kategorie, und ein kurzer, geprüfter Leitfaden ist besser als ein ungenauer zu einem komplexeren Regime. Der amtliche Leitfaden ist der der DGTA: die spezielle Kategorie.
Genügt dieser Leitfaden, um regelkonform zu fliegen?
Nein: Er bereitet die offene Kategorie auf und verweist auf die Texte. Die Verantwortung für die Überprüfung liegt bei dir — siehe den Abschnitt Verantwortung.
Auf der Karte

Alle diese Zonen, eingezeichnet unter deinen Propellern.

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