Regelwerk · Liechtenstein

Drohnenflug in Liechtenstein: der Leitfaden zu den Vorschriften

Aktualisiert · Oktober 2026 · 5 Min. · Quellen Landespolizei / LFG

1 · Das anwendbare Recht

Liechtenstein hat in der Zivilluftfahrt eine besondere Geschichte: Sein Luftfahrtgesetz (LFG, 2024) verweist auf den Notenaustausch von 2003 mit der Schweiz und auf dieser Grundlage auf die Schweizer Luftfahrtgesetzgebung. Die Landespolizei fasst es so zusammen: Der Einsatz von Drohnen unterliegt dort dem Schweizer Luftfahrtrecht und dem liechtensteinischen Datenschutzrecht.

Die Regierung stellt klar (September 2026), dass die europäischen Drohnenregeln gelten: je nach Risiko unterschiedliche Anforderungen je Kategorie — der europäische Rahmen. Zuständige Behörde ist der Bereich Zivilluftfahrt des Amtes für Hochbau und Raumplanung.

Die Flugregeln der offenen Kategorie — 120 m, Sichtflug, Abstände A1/A2/A3 — sind also die des europäischen Rahmens, den die Schweiz auf dieselbe Weise anwendet: siehe auch den Leitfaden zur Schweiz.

2 · Verbotszonen

  • Regierung – Landtag – Schloss Vaduz: eine dauerhafte Flugverbotszone für Drohnen. Ausnahmeanträge laufen über den Bereich Zivilluftfahrt.
  • Balzers: Ein Teil der Gemeinde (nahe dem Rhein, bis zum Steinbruch und einem Teil des Fläscher Riets) ist wegen des Heliports und des Flugplatzes Bad Ragaz Verbotszone.

Um alle Zonen zu sehen, verweist die Polizei auf die Drohnenkarte des Schweizer BAZL, die auch für Liechtenstein gilt.

Glydar übernimmt auf seiner Karte dieselben geografischen Zonen wie für die Schweiz — siehe die Abdeckung, Land für Land.

3 · Registrierung, Schulung und Versicherung

  • Haftpflichtversicherung: Pflicht für eine Drohne oder ein Modellluftfahrzeug über 250 g, mit einer Deckung von mindestens 1 Million Franken. Der Versicherungsnachweis wird auf den Namen des Piloten ausgestellt und beim Flug mitgeführt.
  • Registrierung und Schulung: die des europäischen Rahmens. Eine Registrierung in einem EASA-Mitgliedstaat — Liechtenstein ist einer — gilt in allen anderen. Für die örtlichen Modalitäten verweist die Polizei auf den Bereich Zivilluftfahrt.

4 · FPV und Immersionsflug

Im Sichtfeld des Piloten ist der Flug mit Videobrille erlaubt, sofern eine zweite Person den Flug überwacht und bei Bedarf jederzeit in die Steuerung eingreifen kann. Diese Person befindet sich am selben Ort wie der Pilot.

Der automatisierte (autonome) Flug ist im Sichtfeld erlaubt, solange der Pilot jederzeit in die Steuerung eingreifen kann.

5 · Vor jedem Flug

  • Die Drohnenkarte des BAZL einsehen — oder Glydar, das deren Zonen übernimmt.
  • Die Versicherung prüfen (über 250 g), Nachweis mitführen.
  • Die Privatsphäre achten: Aufnahmen unterliegen dem Datenschutzrecht.
  • Von einer Drohne gestört? Die Polizei meldet es: Datum, Uhrzeit, Ort, Richtung, ungefähre Höhe und wenn möglich ein Foto.
Dieser Leitfaden fasst vereinfachend zusammen — er ersetzt weder die amtlichen Texte noch eine aktuelle Prüfung. Im Zweifel: Bereich Zivilluftfahrt, Landespolizei.

6 · Sanktionen: was das Gesetz sagt

Zwei Texte sind im Spiel; das sieht jeder vor, ohne etwas hinzuzufügen:

  • Liechtensteinisches Luftfahrtgesetz (LFG), Art. 19: Busse bis zu 50.000 Franken — bei Nichtzahlung bis zu sechs Monate Freiheitsentzug — für wen eine genehmigungspflichtige Tätigkeit ohne Genehmigung, ihr zuwider oder unter Missachtung ihrer Bedingungen ausübt oder den Anordnungen des Amtes nicht Folge leistet. Die Hälfte bei Fahrlässigkeit. Die übrigen Strafgesetze bleiben anwendbar.
  • Schweizer Luftfahrtrecht, auf das Art. 2 dieses Gesetzes verweist: Busse bis zu 20.000 Franken für einen Verstoß gegen Verkehrsregeln oder Betriebsvorschriften, die der Sicherheit dienen, 40.000 Franken bei schwerem Verstoß — siehe den Leitfaden zur Schweiz.
⚠️ Wie diese beiden Texte bei einem Freizeitflug zusammenspielen, wird hier nicht ausgeführt. Es sind Höchstbeträge: Das Gericht würdigt den Einzelfall. Sie entsprechen dem Text zum Zeitpunkt der Prüfung (Oktober 2026) — maßgeblich ist der Gesetzestext, nicht diese Seite.

7 · Deine Verantwortung, und was Glydar tut

Glydar informiert; es entbindet von nichts. Dieser Leitfaden und die Karte greifen amtliche Quellen auf, sind aber keine amtliche Quelle, garantieren weder deren Vollständigkeit noch deren Aktualität und gelten nicht als Fluggenehmigung.

Der Fernpilot bleibt allein verantwortlich für seinen Flug und dessen Regelkonformität, wie die Nutzungsbedingungen in Erinnerung rufen. Alles Nötige zur Überprüfung ist in Reichweite: die Abdeckung, Land für Land, die amtliche Karte und die unten genannten Texte.

Amtliche Quellen

FAQ

Darf man allein, ohne Beobachter, im FPV-Modus fliegen?
Nein: Die Polizei verlangt, dass eine zweite Person am selben Ort wie du den Flug überwacht und jederzeit in die Steuerung eingreifen kann.
Ist eine Drohne unter 250 g von den Regeln ausgenommen?
Nicht von den Zonen und der Höhe. Die Haftpflichtversicherung ist hingegen erst über 250 g vorgeschrieben.
Ersetzt Glydar die amtliche Karte?
Nein. Glydar übernimmt die Zonen der amtlichen Drohnenkarte und verbindet sie mit den Erfahrungen der Piloten, ersetzt diese Karte aber nicht. Vor jedem Flug zu prüfen.
Was droht bei einem Verstoß?
Bis zu 50.000 Franken Busse nach dem liechtensteinischen Gesetz, wobei auch das Schweizer Luftfahrtrecht gilt. Die Texte und Verweise stehen im Abschnitt Sanktionen.
Gibt es eine spezielle Kategorie? Warum behandelt dieser Leitfaden sie nicht?
Ja: Sobald die Regeln der offenen Kategorie nicht eingehalten werden, fällt der Flug unter die spezielle Kategorie, mit einer Genehmigung — in Liechtenstein vom Bereich Zivilluftfahrt erteilt. Glydar behandelt sie nicht: Es richtet sich an Piloten, die vor allem zum Vergnügen fliegen, also in der offenen Kategorie, und ein kurzer, geprüfter Leitfaden ist besser als ein ungefährer zu einem komplexeren Regime. Der offizielle Leitfaden ist der des Bereichs Zivilluftfahrt: die Zivilluftfahrt in Liechtenstein.
Reicht dieser Leitfaden, um regelkonform zu fliegen?
Nein: Er fasst die offene Kategorie vereinfachend zusammen und verweist auf die Texte. Die Verantwortung für die Überprüfung liegt bei dir — siehe den Abschnitt Verantwortung.
Auf der Karte

Alle diese Zonen, eingezeichnet unter deinen Propellern.

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