Regelwerk · Italien

Drohnenflug in Italien: der Leitfaden zu den Vorschriften

Aktualisiert · Oktober 2026 · 6 Min. · Quellen ENAC / Codice della navigazione

1 · Die offene Kategorie

Die ENAC, die italienische Zivilluftfahrtbehörde, stellt die offene Kategorie als Referenz für den Freizeitflug und bestimmte gewerbliche Tätigkeiten mit geringem Risiko dar — den europäischen Rahmen. Weiterhin verboten sind: Flüge in mehr als 120 m Höhe, außerhalb der direkten Sichtweite, über Menschenansammlungen, mit einer Drohne von mehr als 25 kg oder mit Gefahrgut. Die Abstände laut ENAC:

  • A1 — der Flug wird so geplant, dass kein Überflug unbeteiligter Personen vorgesehen ist; bei unvorhergesehenem Überflug wird dessen Dauer so weit wie möglich verkürzt. Klassen C0 oder C1; ohne Kennzeichnung unter 250 g.
  • A2 — 1:1-Regel (bei 50 m Höhe 50 m Abstand zu Personen), mindestens 30 m, 5 m im Langsamflugmodus (3 m/s). Klasse C2.
  • A3 — 1:1-Regel, mindestens 30 m und nicht weniger als die in 2 Sekunden bei Höchstgeschwindigkeit zurückgelegte Strecke; mindestens 150 m Abstand zu Wohn-, Industrie-, Gewerbe- und Erholungsgebieten. Klassen C0 bis C4 oder eine Drohne ohne Klasse unter 25 kg, die vor dem 1. Januar 2024 in Verkehr gebracht wurde.
Eine Drohne ohne Klassenkennzeichnung ist in der offenen Kategorie nur zulässig, wenn sie vor dem 31. Dezember 2023 auf dem europäischen Markt in Verkehr gebracht wurde oder privat für den persönlichen Gebrauch gebaut ist (kein Fertigbausatz).

2 · Geografische Zonen: d-flight ist maßgeblich

Vor jedem Flug werden die Karten des Portals d-flight und das ENAC-Rundschreiben ATM-09A konsultiert: Sie enthalten die geografischen UAS-Zonen — aus Gründen der Flugsicherheit (rund um Flughäfen, Hubschrauberlandeplätze, Landeflächen), der Sicherheit vor Bedrohungen (Security) und des Umweltschutzes. In den aus Sicherheitsgründen eingerichteten Zonen ist der Flug in der offenen Kategorie verboten; einige rote Zonen, die aus anderen Gründen eingerichtet wurden, lassen ihn mit Zustimmung („nulla osta“) der Stelle zu, die sie beantragt hat.

  • Naturparks: Der Überflug ist nur dort verboten, wo das Verbot von der ENAC genehmigt und auf d-flight veröffentlicht wurde. Die etwaige Zustimmung kommt von der Verwaltungsstelle des Parks; die ENAC weist darauf hin, dass die angezeigten Zonen überarbeitet werden, da sie nur ungefähr sind.
  • Strände: Die ENAC kennt kein drohnenspezifisches Verbot; es bleiben das Verbot, Menschenansammlungen zu überfliegen, und der Sicherheitsabstand.
  • Ein Flug kann nur verhindert — und die Missachtung eines Verbots nur sanktioniert — werden, wenn die Information auf d-flight steht: Andere Stellen können nicht von sich aus ein Verbot erlassen.

⚠️ Die Glydar-Karte zeigt die Vorschriften Italiens nicht an: Maßgeblich ist die amtliche Karte d-flight, die vor jedem Flug zu konsultieren ist — siehe Abdeckung, Land für Land.

3 · Registrierung, Schulung und Versicherung

  • Registrierung des Betreibers auf d-flight: Man erhält einen europäischen Identifikationscode in Form eines QR-Codes, der an jeder Drohne anzubringen ist. Ausgenommen sind Spielzeug und Drohnen unter 250 g ohne Kamera, Mikrofon oder sonstige Vorrichtung zur Erfassung personenbezogener Daten. Die Registrierungsgebühren werden auf d-flight bezahlt.
  • Schulung: Der Pilotennachweis ist zum Betrieb erforderlich. Für eine Drohne unter 250 g mit Kamera ist er nicht vorgeschrieben — Registrierung, Versicherung und die Regeln der A1 bleiben geschuldet.
  • Haftpflichtversicherung: Für den Betreiber vorgeschrieben, „der Art des Betriebs angemessen“; die ENAC nennt keinen Betrag.
  • Der Betreiber stellt außerdem die Schulung der Piloten, die Einhaltung der DSGVO und die Wartung der Drohne sicher.

4 · FPV und Immersionsflug

Laut ENAC ist FPV nur mit Unterstützung eines Beobachters erlaubt, der den direkten Sichtkontakt zur Drohne ohne Hilfsmittel hält. Der Beobachter steht neben dem Piloten und gibt ihm fortlaufend rechtzeitige Warnungen. Der Fernpilot bleibt in jedem Fall für die Flugsicherheit verantwortlich.

5 · Vor jedem Flug

  • d-flight konsultieren: Sicherheitszonen rund um Flughäfen und Hubschrauberlandeplätze, Naturparks, temporäre Zonen.
  • Den QR-Code des Betreibers an der Drohne, den Nachweis bei einer Drohne über 250 g und die Versicherung dabeihaben.
  • Für den Immersionsflug einen Beobachter an der Seite organisieren.
Dieser Leitfaden vereinfacht — er ersetzt weder die amtlichen Texte noch eine aktuelle Überprüfung. Die konsultierten ENAC-Seiten tragen das Datum 14. und 15. Mai 2024. Im Zweifel: ENAC, d-flight.

6 · Sanktionen: was die Texte sagen

Die ENAC gibt an, dass sich die Sanktionen nach dem Codice della navigazione richten und von der Questura der Provinz und in bestimmten Fällen von der ENAC verhängt werden. Das sieht der Text für die dem Drohnenflug nächsten Fälle vor (Beträge im gelesenen Text in Lire; umgerechneter Gegenwert in Klammern):

  • Überflug von bewohnten Ortschaften, Menschenansammlungen oder Flughäfen unter Missachtung der Vorschriften oder der Anordnungen der Behörde: Arrest bis zu sechs Monaten oder Geldbuße bis zu einer Million Lire (rund 516 €) — Art. 1228.
  • Missachtung eines Gesetzes, einer Verordnung oder einer Anordnung zur Sicherheit der Luftfahrt: Arrest bis zu drei Monaten oder Geldbuße bis zu 400.000 Lire (rund 206 €) — Art. 1231.
  • Missachtung einer Regel der Flughafenpolizei: Verwaltungssanktion von zwei bis zwölf Millionen Lire (rund 1.033 bis 6.197 €) — Art. 1174.
⚠️ Diese Artikel betreffen den „Kommandanten des Luftfahrzeugs“ (Art. 1228) oder die Flughafenpolizei (Art. 1174): Die ENAC sagt nicht Artikel für Artikel, welche einen Fernpiloten betreffen, und diese Seite entscheidet das nicht. Die Gegenwerte sind eine Berechnung zum gesetzlichen Umrechnungskurs, kein gelesener Text. Es sind Höchstgrenzen, und maßgeblich ist der Gesetzestext, nicht diese Seite.

7 · Deine Verantwortung und was Glydar tut

Glydar informiert; es entbindet von nichts. Dieser Leitfaden gibt amtliche Quellen wieder, ist aber keine amtliche Quelle, garantiert weder deren Vollständigkeit noch deren Aktualität und gilt nicht als Fluggenehmigung.

Der Fernpilot bleibt allein für seinen Flug und dessen Rechtmäßigkeit verantwortlich, wie die Nutzungsbedingungen in Erinnerung rufen. Alles, was zur Überprüfung nötig ist, ist zur Hand: die Abdeckung, Land für Land, die amtliche Karte und die unten genannten Texte.

Amtliche Quellen

FAQ

Darf ich allein ohne Beobachter FPV fliegen?
Nein: Die ENAC lässt FPV nur mit einem Beobachter zu, der neben dem Piloten steht, die Drohne in direkter Sicht behält und ihn rechtzeitig warnt.
Darf ich in einem Naturpark oder an einem Strand fliegen?
Bei Parks: nur dort, wo der Überflug nicht verboten ist — maßgeblich ist das von der ENAC genehmigte und auf d-flight veröffentlichte Verbot, und die etwaige Zustimmung kommt von der Parkverwaltung. Bei Stränden kennt die ENAC kein drohnenspezifisches Verbot, aber nie über Menschenansammlungen. Siehe den Abschnitt Zonen.
Zeigt Glydar die Zonen Italiens an?
Nein. Die Glydar-Karte zeigt die Vorschriften Italiens nicht an — siehe die Abdeckung. Vor dem Flug zu konsultieren: die amtliche Karte d-flight.
Was droht bei einem Verstoß?
Nach dem Codice della navigazione bis zu sechs Monate Arrest oder eine Geldbuße für einen Überflug unter Missachtung der Regeln. Die Artikel, die Beträge und ihre Grenzen stehen im Abschnitt Sanktionen.
Gibt es eine spezielle Kategorie? Warum behandelt dieser Leitfaden sie nicht?
Ja: Sobald die Regeln der offenen Kategorie nicht eingehalten werden können — zum Beispiel in der Nähe eines Flughafens —, fällt der Flug in die spezielle Kategorie: Standardszenarien, Betriebsgenehmigung der ENAC oder LUC-Zertifikat. Glydar behandelt sie nicht: Es richtet sich an Piloten, die vor allem in der Freizeit fliegen, also in der offenen Kategorie, und ein kurzer, geprüfter Leitfaden ist besser als ein ungenauer zu einem komplexeren Regime. Der amtliche Leitfaden ist der der ENAC: die spezielle Kategorie.
Reicht dieser Leitfaden, um regelkonform zu fliegen?
Nein: Er vereinfacht die offene Kategorie und verweist auf die Texte. Die Verantwortung für die Überprüfung liegt bei dir — siehe den Abschnitt Verantwortung.
Auf der Karte

Alle diese Zonen, eingezeichnet unter deinen Propellern.

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