Regelwerk · Schweden

Drohnenflug in Schweden: der Leitfaden zum Regelwerk

Aktualisiert · Oktober 2026 · 6 Min. · Quellen Transportstyrelsen / riksdagen

1 · Die offene Kategorie

Die europäische Verordnung gilt in Schweden, und zuständige Behörde ist Transportstyrelsen (die schwedische Verkehrsbehörde). Eine Drohne unter 25 kg fliegt in der offenen Kategorie: in Sichtweite, höchstens 120 m hoch, nie über einer Menschenansammlung — siehe den europäischen Rahmen. Die Abstände hängen von der Klasse ab:

  • C0 und C1 (A1) — der Überflug unbeteiligter Personen ist nach Möglichkeit zu vermeiden; nie über Menschenansammlungen.
  • C2 (A2) — 30 m horizontal (5 m im Langsamflugmodus), mit der 1:1-Regel.
  • C3 und C4 (A3) — 150 m von Wohn-, Industrie- und Erholungsgebieten und 30 m von unbeteiligten Personen, mit der 1:1-Regel.
  • Drohnen ohne Klasse, die vor dem 1. Januar 2024 in Verkehr gebracht wurden: A1, wenn sie weniger als 250 g wiegen, A3, wenn sie weniger als 25 kg wiegen. Nach diesem Datum fliegt eine Drohne ohne Klasse nur mit einer Genehmigung der speziellen Kategorie oder in einem Modellflugverein. Eine privat gebaute Drohne unter 250 g und unter 19 m/s darf Personen überfliegen, nie eine Menschenansammlung.
  • Alter: 15 Jahre, um allein zu fliegen; darunter unter der Aufsicht eines Piloten über 16 Jahren mit Drohnenführerschein.
  • Nachts oder bei schlechter Sicht: ein gut sichtbares grünes Blinklicht an der Drohne.

2 · Zonen: Drönarkartan und die dauerhaften Beschränkungen

Die amtliche Karte ist die Drönarkartan, geführt von LFV (der Flugsicherung): Flughäfen, Kontrollzonen, dauerhafte Beschränkungen, Gefahrengebiete, Bereiche um die Pisten großer Flughäfen und großer Hubschrauberlandeplätze. Einige Regeln aus dem Leitfaden von Transportstyrelsen:

  • Weniger als 5 km von einem Flughafen: nur mit Genehmigung der Flugsicherung — mit einer Ausnahme für eine Drohne mit höchstens 25 m/s, mehr als 5 km von der Piste entfernt, unter 10 m (militärische Kontrollzonen) oder unter 50 m (andere Kontrollzonen). Hubschrauberlandeplätze: weniger als 1.000 m entfernt nur in Abstimmung mit dem Landeplatz.
  • Dauerhafte Sperrgebiete — Kernkraftwerke, Gefängnisse, Naturschutzgebiete, militärische Anlagen: in den meisten Fällen ist eine Genehmigung von Transportstyrelsen nötig.
  • Naturreservate und Nationalparks: Es kann ein Start- und Landeverbot gelten; die Genehmigung erteilt die Provinzverwaltung (Länsstyrelsen). Ihre Website lässt sich nicht automatisiert abfragen.
  • Menschenansammlungen: nie in der offenen Kategorie — Personen, die durch das Gedränge am Weggehen gehindert sind.

Fotos und Videos: Die Verbreitung von Luftbildern des schwedischen Staatsgebiets erfordert eine Verbreitungsgenehmigung von Lantmäteriet (kostenlos; Ausnahmen: ein Haus samt Grundstück, ein öffentlicher Ort) — die Regel betrifft die Verbreitung, nicht den Flug. Wer außerhalb der eigenen Privatsphäre in einer Höhe filmt, in der Personen erkennbar sind, kann unter die DSGVO und das Videoüberwachungsgesetz fallen (IMY).

⚠️ Die Glydar-Karte zeigt das Regelwerk Schwedens nicht an: Maßgeblich ist die Drönarkartan, die vor jedem Flug zu konsultieren ist — siehe die Abdeckung, Land für Land.

3 · Registrierung, Drohnenführerschein und Versicherung

  • Registrierung des Betreibers: eine Drohne ab 250 g, mit mehr als 80 Joule oder mit Kamera, Tonaufzeichnungsgerät oder Sensor — eine Kamera genügt, unabhängig vom Gewicht. Erforderlich sind ein Alter von 18 Jahren und ein Wohnsitz in Schweden; der Antrag wird auf „Drönarsidan“ mit BankID gestellt: 190 SEK bei der Anmeldung, danach 250 SEK pro Jahr. Die Nummer gilt bis zur Abmeldung und muss auf der Drohne lesbar sein.
  • Drohnenführerschein („drönarkort“): ab 250 g vorgeschrieben; Online-Test mit 40 Fragen (A1/A3, 75 %, 600 SEK), 30 beaufsichtigte Fragen für die A2 (850 SEK), fünf Jahre gültig. Empfohlen, nicht vorgeschrieben, unter 250 g.
  • Versicherung: nicht vorgeschrieben für einen Betreiber, der nur Drohnen unter 20 kg für Freizeit oder Vorführung einsetzt; die übrigen Einsätze unterliegen der europäischen Verordnung 785/2004 (Betrag nicht angegeben).

4 · FPV und Immersionsflug

Transportstyrelsen sagt es: In der offenen Kategorie darf mit Videobrille geflogen werden, sofern ein Beobachter vorhanden ist, der Drohne und Umgebung überwacht. Er steht direkt neben dem Piloten, in direktem Kontakt (nicht per Telefon), und sieht die Drohne ohne Sehhilfe (kein Fernglas).

5 · Vor jedem Flug

  • Die Drönarkartan konsultieren: Flughäfen, Hubschrauberlandeplätze, Sperrgebiete, Reservate.
  • Betreibernummer an der Drohne, Drohnenführerschein, wenn die Drohne mehr als 250 g wiegt.
  • Nachts: das grüne Blinklicht. Für FPV ein Beobachter neben sich.
Dieser Leitfaden bereitet auf — er ersetzt weder die amtlichen Texte noch eine aktuelle Überprüfung. Im Zweifel: Transportstyrelsen, LFV.

6 · Sanktionen: was das Gesetz sagt

Das schwedische Luftfahrtgesetz (13 kap., „ansvarsbestämmelser“) sieht Strafen vor, die von einem Gericht verhängt werden. Das sieht der Text vor, ohne etwas hinzuzufügen:

  • Fahrlässigkeit im Flugverkehr (13 kap. 1 § — sie betrifft ausdrücklich den Piloten oder Beobachter eines unbemannten Luftfahrtsystems): Geldstrafe oder sechs Monate Gefängnis für den, der vorsätzlich oder fahrlässig Leben oder Eigentum anderer gefährdet; bei einer schweren Tat: bis zu zwei Jahre Gefängnis.
  • Verstoß gegen die Vorschriften über Sperrgebiete (13 kap. 4 §, Punkt 3): Geldstrafe oder sechs Monate Gefängnis, vorsätzlich oder fahrlässig.
  • Fliegen ohne den erforderlichen Nachweis (13 kap. 4 §, Punkt 8 a): Seit dem 1. Januar 2026 ist das Fliegen ohne Drohnenführerschein strafbar. Transportstyrelsen kündigt 30 bis 150 Tagessätze an, in den schwersten Fällen bis zu sechs Monate Gefängnis.
Der Text sieht keinen ausdrücklichen Straftatbestand für eine fehlende Betreiberregistrierung vor (nur die Kennzeichnung wird erfasst). Das Gesetz sagt „böter“, ohne Euro-Beträge zu beziffern. Eine sehr leichte Fahrlässigkeit begründet keine Haftung (7 §). Das sind Höchstgrenzen: Das Gericht würdigt den Einzelfall. Es sind die des Textes zum Zeitpunkt der Überprüfung dieses Leitfadens (Oktober 2026) — maßgeblich ist der Gesetzestext, nicht diese Seite.

7 · Deine Verantwortung, und was Glydar tut

Glydar informiert; es entbindet von nichts. Dieser Leitfaden gibt amtliche Quellen wieder, ist aber keine amtliche Quelle, garantiert weder ihre Vollständigkeit noch ihre Aktualität und ersetzt keine Fluggenehmigung.

Der Fernpilot bleibt allein verantwortlich für seinen Flug und dessen Regelkonformität, wie die Nutzungsbedingungen in Erinnerung rufen. Alles Nötige zur Überprüfung ist griffbereit: die Abdeckung, Land für Land, die amtliche Karte und die unten genannten Texte.

Amtliche Quellen

FAQ

Darf ich allein, ohne Beobachter, FPV fliegen?
Nein: Transportstyrelsen verlangt einen Beobachter, der direkt neben dem Piloten steht, in direktem Kontakt, und die Drohne ohne Fernglas sieht.
Darf ich meine Luftbilder veröffentlichen?
Die Verbreitung von Luftbildern des schwedischen Staatsgebiets erfordert eine Verbreitungsgenehmigung von Lantmäteriet, kostenlos, mit Ausnahmen — siehe den Abschnitt Zonen.
Zeigt Glydar die Zonen Schwedens an?
Nein. Die Glydar-Karte zeigt das Regelwerk Schwedens nicht an — siehe die Abdeckung. Vor dem Flug zu konsultieren: die Drönarkartan.
Was droht bei einem Verstoß?
Bis zu zwei Jahre Gefängnis bei schwerer Fahrlässigkeit im Flugverkehr; sonst eine Geldstrafe oder bis zu sechs Monate Gefängnis. Die Fälle und ihre Grenzen stehen im Abschnitt Sanktionen.
Gibt es eine spezielle Kategorie? Warum behandelt dieser Leitfaden sie nicht?
Ja: Wenn die Anforderungen der offenen Kategorie nicht erfüllt werden können, ist zuerst bei Transportstyrelsen eine Genehmigung der speziellen Kategorie zu beantragen (PDRA, SORA oder LUC). Glydar behandelt sie nicht: Es richtet sich an Piloten, die vor allem in der Freizeit und damit in der offenen Kategorie fliegen, und ein kurzer, geprüfter Leitfaden ist besser als ein ungefährer zu einem komplexeren Regime. Der amtliche Leitfaden ist der von Transportstyrelsen: die spezielle Kategorie.
Genügt dieser Leitfaden, um regelkonform zu fliegen?
Nein: Er bereitet die offene Kategorie auf und verweist auf die Texte. Die Verantwortung für die Überprüfung liegt bei dir — siehe den Abschnitt Verantwortung.
Auf der Karte

Alle diese Zonen, eingezeichnet unter deinen Propellern.

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